Totale Mondfinsternis vom 21. Januar 2019
   
 

Am Montag, 21. Januar 2019 findet bei uns wieder eine totale Mondfinsternis statt. Dieses mal in den Morgenstunden von Sonntag auf Montag.

Der Mond wandert um 04.34 Uhr MEZ in den Kernschatten des Mondes. Die Mitte der Finsternis ist um 06.12 Uhr MEZ. Das Ende der totalen Phase ist bei uns um 06.43 Uhr MEZ. Kurz danach dürfte der Mond bei uns untergehen, so dass der Rest der partiellen Phase nicht mehr sichtbar sein wird. Die Finsternis ist in Europa, Afrika und auch in Nord- und Südamerika zu sehen.

Auf der Grafik von Thomas Baer (Orionmedien) ist der Verlauf der Finsternis zu erkennen.

 

 

 

  Beobachtungsbericht:

Schon einige Tage im Voraus war uns klar, dass es dieses Mal wieder eine Suche nach der Lücke in den Wolken geben wird. Es war ja zu schön gewesen im letzten Juli, wo man einfach am Abend raussitzen konnten und dann den verfinsterten Mond beobachten konnte.

Andreas Walker und ich hatten abgemacht, dass wir die Finsternis beobachten wollten. Bereits eine Woche im Voraus zeigten die Wettermodelle, dass sich fast über dem ganzen Alpenraum Wolken festsetzen könnten. Dies wurde zwar von Lauf zu Lauf der Modelle ein bisschen unterschiedlich gerechnet, doch die Wolken blieben. So kam das Wochenende näher und wir starteten erste Mails mit möglichen Beobachtungsorten und Abschätzungen, wo die besten Plätze sein könnten.

Zu beobachten galt es dieses Mal, dass wir einen tiefen Westhorizont brauchten da der Mond erst ganz am Ende seines Austrittes aus dem Kernschatten auch gleichzeitig untergehen sollte. Beim Untergang wird es bereits hell und der Mond wird wenig Kontrast zum Himmel geben.

Am Samstag und auch am Sonntag sprachen die Wettermodelle weiter hin und her, das hiess für uns, dass wir auf Nowcasting umstellen mussten. Wir haben uns 2-3 Möglichkeiten angeschaut. So gibt es die Option Tessin, wenn im Norden alles dicht wäre. Allerdings gibt es auch da Wolkenfelder die über die Alpen kommen könnten. Gemäss den Modellen bleibt der Norden grösstenteils zu. Allerdings gab es am ABend davor überraschend Lücken, wo der Mond schön gesehen werden konnte. So beschlossen wir, wenn möglich nördlich der Alpen zu bleiben. Wir haben aufgrund der GFS-Wolkenmodelle gesehen, dass sich in der Region nördlich Luzern und auch Richtung Bern im Verlauf der Nacht Lücken bilden müssten. So haben wir uns neben den üblichen Verdächtigen (Landessender) auch noch das Schächental mit Unterschächen angeschaut und auch die Ahornalp.

Ich machte mich um 02.30 Uhr auf den Weg zu Andreas nach Hallwil, wo wir uns bei Andreas noch kurz besprechen wollten und die neusten Satellitenbilder anschauen konnten. Zuhause war der Mond noch durch dünne Wolken zu finden. In der Gegen von Neuenkirch war der Himmel dunkler. Dann in Sursee wieder besser. auf dem Platz beim Landessender war es schlechter. Je weiter ich nach Nordosten kam, desto schlechter wurden die Bedingungen. In Reinach und Menziken hatte es sogar neuen Schnee auf der Strasse. Mit Andreas zusammen sahen wir, dass auch der Oberrheingraben jetzt zu ist. Die aktuellen Satellitenbilder zeigten im Gegensatz zu den Modellen weniger Lücken und teils an anderen Orten. So entschlossen wir uns, dass wir mit dem Auto in Richtung Westen fahren wollten (Ahorn). Unterwegs in Sursee sahen wir bereits den leicht verfinsterten Mond. Dazu gab es in der Gegend von Mauensee schon Bodennebel. Das war jetzt die nächste Gefahr, wenn es irgendwo aufklarte, dass dann Bodennebel entstehen kann. So mussten wir irgendwo in die Höhe kommen, da auch das Hoch im Norden die Wolken von oben abtrocknen sollte. So fuhren wir weiter durch das Hinterland und dann über Eriswil hoch zur Ahornalp. Zwischendurch überraschte uns im Radio die Meldung, dass Piero Indelicato da Morgengast sein werde.

Der Weg war schneebedeckt und teils auch vereist. Oben war gab es Wolkenlücken, wo wir über uns Sterne sehen konnten. Kurz vor Beginn der Totalität war aber auch der Mond hinter den Wolken verschwunden.

 

Um die Lücken auch zu sehen habe ich in der Zwischenzeit Weitwinkelaufnahmen des Himmels gemacht.

so konnten wir zwischendurch Sterne sehen und auch die kleinen dunklen Bereiche in denen der Mond auftauchen konnte. Wir hofften in diesen kleinen Lücken den Mond zu finden.

Durch eine dieser Lücken konnten wir den Mond dann eine Minute beobachten. Da wurde es schwierig die Schärfen einzustellen. Doch wir hatten wenigstens die Chance mal ein paar Bilder zu machen. Wir haben die Teleskope und Nachführungen gar nicht ausgepackt, da wir zuviel Zeit verlieren würden zuerst auf den Mond einzustellen, bis zum Auslösen. So haben Andreas und ich auf den Stativen ohne Nachführung mit Teleobjektiven und hohen ISO-Werten gearbeitet. Es war zufällig genau die Zeit der maximalen Verfinsterung.

Aufnahme mit dem 18-200 Teleobjektiv um die Zeit des Maximums aufgenommen mit 1.3 Sekunden Belichtungszeit und ISO 6400. Die Bewegung des Mondes war halt hier schon zu sehen, doch wenigstens eine Aufnahme.

 

Zur gleichen Zeit hat Andreas mit dem grösseren Teleobjektiv Erfolg gehabt.

Aufnahme: Andreas Walker, 06.12 Uhr Ahornalp

Aufnahme: Andreas Walker, 06.12 Uhr Ahornalp

Aufnahme: Andreas Walker, 06.12 Uhr Ahornalp

Dann war wieder Schluss und die Wolken kamen wieder. Interessant war, dass wir wieder das Blau im oberen rechten Teil hatten. Uns war das schon in den letzten Finsternissen aufgefallen. Das war früher mit chemischen Kameras nie so. Die Belichtungszeit war bei mehren Sekunden bis zu einer Sekunde runter.

 

Auf dem Ahorn zog von Nordosten her die Bise und es war -4 Grad kalt. Zwischendurch haben wir über Whatsapp die negativen Meldungen von den anderen AGLern gehört, die unterwegs waren. Auch in der Sternwarte war nichts zu hören.

Bild aus dem Peakfinder mit dem Blick von der Ahornalp. Hier wäre der Mond noch bis 08.12 Uhr zu sehen gewesen. (Rein Theoretisch) Wir bekamen kurz vor Ende der Totalität nochmals die Chance den Mond für ein paar Momente zu sehen. Dann aber war auch bei uns Schluss. Wir machten uns an die gefährliche Abfahrt vom Ahorn und hörten im Radio dann Piero zu, wie er Sven Epinay Auskunft gab. Wenigstens hatten wir auf der Nordseite als fast einzige Bilder machen können. Bei Andreas zuhause haben wir uns nochmals die Satellitenbilder angeschaut und gesehen, dass es extrem schwierig im Norden der Alpen war überhaupt was zu sehen. So war es für uns eine erfolgreiche Wolkenlückenfahrt durch den Kanton Luzern und wir werden auch am 16. Mai 2022 wieder unterwegs sein um die nächste Mofi zu jagen. 

 

Markus Burch und Andreas Walker

 

Copyright AGL 2017, Luzern, 21. Januar 2019