Beobachtungsbericht:

Am Donnerstag Nachmittag bekam ich von Heiko Rodde eine Warnung, dass irgendwas in der Luft war. Er erklärte mir, dass er alles bereitstellen würde um rauszugehen. Danach schaute ich mir die Werte auch an. Die Geschwindigkeit war mit fast 800 km/s schon ziemlich hoch. Allerdings war die Dichte nicht sonderlich gut. So verzichtete ich vorderhand, Susi Eichenberger anzurufen um unseren Termin wegen des Jahresrückblickes abzusagen. So gegen 1800 Uhr rief mich Susi an um anzukünden, dass Sie mit dem nächsten Bus eintreffen würde und ich Sie abholen solle. Kaum war der Anruf fertig kam das Telefon, dass bei mir alle Alarmglocken schrillen lies. Heiko rief an und schrie nur noch, dass ich alles stehen lassen solle und raus gehen solle. Die Polarlichtshow des Jahrzents sei am Laufen. So schmiss ich die Fotoausrüstung ins Auto und holte Susi am Bus ab. Ich überzeugte Sie, dass Sie noch mit mir in die Höhe fahren sollte. Wir fuhren hoch zur Oberrüti. Dort war der Nebel nicht mehr vorhanden. Wir kamen um ein paar Meter über den Nebel. Als wir ausstiegen, sahen wir schon gegen Norden dass der ganze Himmel rot war. (Dies trotz der hellen Stadt Luzern mit Ihrer Lichtverschmutzung) Sofort das Stativ raus und die Kamera drauf. Die 2. Kamera erhielt Susi mit dem Auftrag drauflos zu schiessen. (Auf dem Auto aufgelegt).

Die Kollegen erhielten noch Telefone von mir mit der Warnung. So gingen auch Hans Oetterli (Sonnenberg) und Andreas Walker (Nähe Hallwil) an die frische Luft und konnten die Show beobachten.

Polarlicht über Luzern: 20.11.2003, 18.49 Uhr:
Aufnahmedaten: Nikon D-100 mit Sigma 28 mm, Blende 1.8 bei Iso 500 mit 20 Sekunden Belichtungszeit

 

Susi Eichenberger schaut sich das Polarlicht über Luzern an. Dies ist das erste Polarlicht, dass Sie beobachten konnte. Dank hier an Susi, dass Sie meine 2. Kamera bediente und die Kälte auf sich nahm.

 

Polarlicht über Luzern. Aufnahme am 20.11. 2003 von der Oberrüti, Horw aus.
Aufnahmezeit: 18.48 Uhr, Nikon D100, 28 mm Objektiv mit Blende 1.8 und Iso 500.

Der Blick geht fast genau Richtung Norden über die Stadt Luzern hinweg. Zum Glück war diese grösstenteils in Nebel gehüllt.

Hier noch ein Bild, dass nachbearbeitet wurde:

20 Sekunden bei Blende 1.8 mit Iso 800 belichtet. Nikon D-100 mit Sigma 28mm. Aufnahmezeit: 18.41

Aufnahme mit Nikon F3, Sigma 28 mm, Blende 1.8, 25 Sekunden belichtet. Fuji Superia 800
Zeit ca. 19'15 Uhr. Aufnahmeort: Oberrüti, Horw
Aufnahme von Susi Eichenberger und Markus Burch

Die Beamer und Farben sind sichtbar, obwohl die Foto über den Lichtkegel der Stadt Luzern hinweg gemacht worden sind. Die Reflektion unten ist vom Scanner. Wird in den nächsten Tagen noch besser gescannt.

So gegen 1900 Uhr liess das PL mal ein bisschen nach. Wir entschlossen uns, zurückzufahren, da wir eigentlich den Jahresrückblick machen wollten. Doch dann stieg ich nochmals aus, weil das Auto zu erst aufgewärmt wurde. Was sah ich da im Nordosten! Wunderschöne Beamer, die  sich gegen Westen bewegten. Susi hat so zum ersten Mal auch wirkliches PL gesehen. Die Kameras wieder raus und Aufnahmen machen. Das Polarlicht war bis weit über den Polarstern hinaus zu sehen. Im Osten ging es sogar bis fast zum Orion runter. So beobachteten wir bis gegen 1945 Uhr diese Show. Dann kam der Nebel höher und wir entschieden uns, arbeiten zu gehen.

In der Folgezeit gab es dann noch nach 2100 Uhr etwas für die Schweiz einmaliges. Eine Corona war im Zenit sichtbar. Dies wurde von Heiko Rodde und Andreas Walker auch erfolgreich fotografiert. Sie schwärmten über das Mobiltelefon, dass Sie keine Filme mehr hätten und das bis gegen Mars hinunter Polarlichter zu sehen seien.

In der ganzen Schweiz gab es Sichtungen. Ebenso in Oesterreich und Deutschland. Einzelne Sichtungen gab es auch in der Türkei. Die Grösse dieses Events lässt sich zeigen, weil Hans Oetterli von Ennetbürgen her (direkt hinter dem Bürgenstock) noch rotes Polarlicht am Himmel sah und dies mit diesem hohen Horizont, der dort war.

Als ich Susi nach unserer Arbeit nach Hause gebracht hatte, konnte ich es nicht sein lassen. Ich fuhr ziemlich rasant rauf ins Eigental an meinen Polarlichtplatz. Dort sah ich immernoch sich bewegendes PL. Nicht mehr diese extremen Farben. Doch sicherheitshalber habe ich nochmals fast 3 Filme dort verbraucht. Diese sind aktuell am Entwickeln.

So blieb ich bis gegen 0200 Uhr dort oben. Zum Glück habe ich diese Woche Ferien genommen (Leoniden, Planetarium und Polarlicht)

 
 

Für mich war es das 2. Polarlicht, dass ich in Luzern sehen konnte. Das war das i-Tüpfelchen nach diesem Wahnsinnsjahr mit Merkurtransit, ringförmiger Sonnenfinsternis, 2 x totalen Mondfinsternissen (16. Mai und 9. November), Leoniden, Mars, Namibia und dem Polarlicht. Wow!!!

Bilder und Links folgen hier, sobald sie online sind.

Alle Bilder, wenn nichts anderes erwähnt, sind Copyright by Markus Burch und Susi Eichenberger.

Für die Beobachter:

 Markus Burch


Copyright AGL 2003, Luzern, 27. Juni 2007