Bericht von Jörg Lang, der in die Gegend von Madrid reiste um dort die ringförmige Sonnenfinsternis zu beobachten.

 

Sonntag den 2. Oktober 2005 war es endlich soweit. Bei strömendem Regen ab nach Madrid zur ringförmigen SOFI05. Da ich zeitlich limitiert war, entschloss ich mich nicht mit den anderen per Auto sondern mit dem Flugzeug nach Madrid zu fliegen. Bei schönstem Sonnenschein in Spanien mietete ich mir ein Auto und fuhr Richtung Norden in die Guadarrama Berge. Zuerst fuhr ich zum Pass „Puerto Navacerrada“ auf 1860 M.ü.M. Leider war die Sicht gegen Südosten nicht so gut, deshalb entschloss ich mich nach einem kleinen Imbiss zur weiterfahrt zum nächsten Pass. Nach ca. einer Stunde gelangte ich zum Puerto Guadarrama, welcher mehr oder weniger auf der Zentrallinie der Sonnenfinsternis lag. Von hier nun hatte man einen uneingeschränkten Blick nach Süden. Der Pass liegt auf einer Höhe von 1511 m.ü.M. und man hat eine wunderbare Aussicht auf Madrid im Süden.

 

 

Nach kurzer suche des optimalen Standortes für den kommenden Tag machte ich mich in der nähern Umgebung auf die Suche einer Unterkunft. Am Abend kehrte ich nochmals zurück um den Sonnenuntergang und den Blick auf das Lichtermeer von Madrid zu geniessen.

Nach einer kurzen Nacht ohne Frühstück machte ich mich bei frostigen 2°C auf den Weg zum Pass. Aber was war das? Trotz des so trockenen Bodens hat sich am Pass selbst Nebel gebildet und ein Fotografieren des Sonnenaufgangs vom 3.Oktober 05 war nicht möglich. Kurzum fuhr ich wieder zurück in eine tiefere Lage von wo aus ich den Sonnenaufgang fotografierte. Leider war die Luftunruhe sehr gross so dass die Aufnahmen sehr verschwommen wurden.

 

Nach dem Sonnenaufgang fuhr ich nun erneut hoch zu Pass. Leider war der Nebel immer noch sehr dicht und die Sonne zeigte sich nur sporadisch durch einen Vorhang aus Wassertröpfchen.

So fuhr ich halt wieder 2 Kilometer nach unten in eine Seitenstrasse um meine Kamera zu positionieren. Auf einmal war ich da nicht mehr alleine. Es gesellten sich einige Deutsche Hobbyastronomen dazu. Nach dem aufstellen der Fotoaparate das gespannte Warten auf den grossen Augenblick. Da, der Mond beginnt sich an vor die Sonne zu schieben. Einfach grandios. So fing ich an, zuerst alle 5, dann alle 10 Minuten Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu knipsen.

Beim Höhepunkt der der Sonnenfinsternis versuchte ich noch einige Fotos ohne Filter zu knipsen. Trotz der 94% igen Bedeckung und einer Verschlusszeit von 1/1000 Sek. war das Bild stark überbelichtet. Was für eine Kraft.

 

Alls Hauptkamera verwendete ich eine Minolta SRT303 mit einem Rubinar  (Russentonne) Teleobjektiv von 1000mm Brennweite. Zusätzlich zur fotografischen Filterfolie (Markus sei Dank) verwendete ich noch einen Orangefilter auf dem Objektiv. Dies ergab für mich sehr schöne Bildresultate auf meinem verwendeten Elitechrome 100ASA Diafilm, Je nach Verschlusszeit waren die Bilder von gelb bis dunkel orange gefärbt. Bei der Zweiten Kamera verwendete ich eine Minolta X700 mit einem 500 mm Teleobjektiv mit visueller Schutzfolie ohne zusätzlichen Filter.

 

Daneben war es eine gespannte, ja schon fast gespenstische Atmosphäre am Platz. Die Vögel verhielten sich sehr aufgeregt und der Schatten der Bäume am Boden war eine mir bis dahin in dieser Art unbekannt. Nach gut zwei Stunden war die SOFI05 in Madrid vorbei und es wurde endlich angenehm Spanisch warm.

Nach dem Abräumen der Instrumente fuhr ich nochmals zu Pass hoch um die herrliche Aussicht und das verspätete  Frühstück zu geniessen. Mit einem Umweg zur antiken Stadt Segovia im Norden

fuhr ich wieder zurück nach Madrid.

Nach einigen Kurven um den Flugplatz fand ich doch noch die Einfahrt zur Rückgabe des Mietwagens. Langsam neigte sich dieser grandiose schöne Tag

seinem Ende zu und zufrieden flog ich abends zurück in die regnerische immergrüne Schweiz

mit einem unvergesslichen Eindruck, da es meine erste "Totale" Sonnenfinsternis bei guten Bedingungen war. 

 

Jörg Lang

Rothenburg

 

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