Ein Bericht von Susi Eichenberger

 

Am Abend des 25.März reisten wir, zusammen mit weiteren AGL-Mitgliedern und einigen Mitglieder der Astronomischen Gesellschaft Zürich, an die Türkische Riviera in die Nähe von Side. Die Reise dauerte bis in die frühen Morgenstunden, um ca. 4.30 Uhr waren wir endlich im Bett. Um das Sonntagsfrühstück nicht zu verpassen, standen wir um 9.00 Uhr bereits wieder auf und erkundeten, nachdem wir ausgiebig gebruncht hatten, die grosse Hotelanlage.

Um 11.00 Uhr informierte uns der Reiseleiter über Ausflugsmöglichkeiten und sonstige wichtige Sachen, damit wir uns auch ja wohl fühlen in seinem Heimatland.

Das Wetter war wärmer als erwartet und wir stürzten uns in die Sommerkleider.

Sabrina im Sommerlook

Familie Eichenberger beim Essen (nicht so skeptisch Marc)

Peter Kronenberg mit den 2 Junioren

 

Mirja und Susi besuchten das Hamam, das traditionelle türkische Bad, wo wir von zwei bulligen Türken in Badeshorts eingeweicht, geschrubbt und eingeseift wurden, wie wenn man den Schmutz von einem  Jahr hätte abwaschen müssen.

Danach folgte eine angenehme Körpermassage und eine Gesichtsmaske. Letztere wurde erneut von den „Bademeistern“ heruntergespült, ohne Rücksicht auf Kontaktlinsenträger oder Wasserscheue.

 

Beim abendlichen Apéro in der Hotel-Lobby wurde bereits gefachsimpelt und das Programm für den 29. März besprochen. Für dieses Spektakel waren wir ja eigentlich hierher gereist. Bis zum Mittwoch dauerte es aber noch eine Weile und wir unternahmen Ausflüge nach Manavgat und Side. Infolge der Tradition des Handelns, dauerten die Einkäufe der Frauen doppelt so lange wie in der Heimat und die Männer brauchten ab und zu starke Nerven.

Hier soll dann die Nasa-Liveübertragung stattfinden

Peter beim Feilschen

Am Dienstagabend besammelten sich Zürcher, Luzerner und auch noch 2 Berner Astronomen  erneut in der Hotel-Lobby und besprachen den grossen Tag von A-Z. Wer hat welches Instrument dabei, filmt oder fotografiert wann und was genau und welches Programm will man sonst noch „durchziehen“ während der Finsternis.

 

Am Mittwoch gegen Mittag bevölkerte sich die Hotelanlage und der Strand ziemlich rassig und man spürte  unter den Interessierten eine freudige Erregung ob dem kommenden Naturschauspiel. Marc hatte ein straffes Programm aufgestellt von welchem auch Susi nicht verschont blieb. Nichts da, mit einfach schauen und geniessen! Beim ersten Kontakt um 12.38 Uhr wurden die SOFI-Brillen montiert, Notizen gemacht, die Geräte nochmals kontrolliert und erste Aufnahmen gemacht.

Marc und Peter beim "Gucken"

Auch Präsidentennachwuchs muss lernen. Früh übt sich ...

 Familie Kronenberg beim Beobachten

Die Luzerner Gruppe, bestehend aus Mirja und Peter Kronenberg mit Luke und Jan, Bärti Hasler, Claudia Gruber (mit langjährigem Tanzpartner Peter) und Susi und Marc Eichenberger mit Sabrina, machte sich auf einer Wiese mit schattenspendenden Palmen breit und auch die Zürcher Gruppe war in Sichtweite.

Beobachten unter Palmen und geniessen

Andrea und Beat Giger mit David suchten sich einen höher gelegenen Beobachtungsplatz und fuhren mit dem Auto ins Hinterland. Einige bevorzugten die Dachterrasse des Hotels als Beobachtungsplatz und eine uns unbekannte Gruppe von Astronomen richtete sich am Strand ein und sperrte „Ihr“ Territorium mit rotweissgestreiftem Band ab, was uns allen ein Schmunzeln entlockte.

Wir hatten nichts gegen BesucherInnen und so kam es, dass einige Hotelangestellte immer mal wieder eine Blick durch Marc’s Feldstecher werfen wollten.

Sidewalk für Hotelangestellte durch den Sternwartenleiter

Während der Totalität, wollte aber auch Marc seine Ruhe und Susi hatte alle Hände voll zu tun um die vorgegebene  Belichtungsreihe in 3 Minuten 42 Sekunden (oder waren’s 45 ?) abzuhandeln. Der Tag wurde innerhalb von Sekunden zur Nacht und die Temperatur fiel um 7 Grad. Kurz vor der Totalität quakten ein paar Frösche ganz laut, danach war es, abgesehen vom kurzen„Gejohle“ der Menschen, sehr ruhig.

Bild von Marc Eichenberger während der Totalität

Ort: Hotel Golden Coast bei Side, Türkei
Datum: 29. März 2006
Zeit: ca. 10:58 UTC
Kamera: Nikon F90X
Brennweite: ca. 30 mm
Blende: 5.6
Belichtungszeit: 1/4 Sek.
Film: Kodakcolor Pro 200

Venus während der Totalitä

die Korona während der Totalität, Bild Peter Kronenberg

Gäll Cludi, der Kaffe inklusive gehört bald zu den Sonnenfinsternissen.

Die AGL'er beim Beobachten und Besprechen des Erlebten

Am Abend in der Hotelhalle erschienen alle oben erwähnten Hobbyastronomen sichtlich gelöst mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht und jeder erzählte wie er diese Finsternis erlebt hatte.

Im Laptop von Walter Bersinger konnten wir bereits erste Bilder bestaunen bevor wir uns ans Buffet im grossen Speisesaal stürzten.

Erste Ergebnisse anschauen. Zürcher und Luzerner Astronomen vereint.

Die AGL'er beim Essen. Gross und Klein auf Astroausflug.

 

Am Donnerstag unternahmen wir erneut einen Ausflug. Diesmal ging es nach Analya, einer 90'000 Einwohner-Küstenstadt östlich von Side. Auf dem Programm standen  eine Burg-Besichtigung, eine Bootsfahrt, die Besichtigung einer Tropfsteinhöhle und der obligate Besuch auf dem Markt.

Susi und Marc Eichenberger

Am Freitag frönten wir dem süssen Nichts- oder Wenigtun und genossen nochmals das herrliche Wetter und das Strandleben.

Am Samstagmittag führte uns ein Bus nach Antalya wo wir um ca. 15.15 Uhr das Flugzeug zurück in die Schweiz bestiegen. Nebst Souvenirs hatten wir natürlich unsere Erinnerungen an dieses tolle Ereignis im Gepäck. Die Reise war ein voller Erfolg.

Marc und Susi Eichenberger

Bilder von Claudia Gruber, Mirja Kronenberg und Peter Kronenberg