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Von dort flog ich dann um Mitternacht zusammen mit meinem russischen
Geschäftskollegen mit der Russischen Fluggesellschaft S7 weiter nach
Barnaul. Die Stadt Barnaul, ca 700`000 Einwohner, liegt ca. 200 Km
südlich von Novosibirsk in Sibirien und ist der Hauptort der
Bergregion Altai.
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Nach weiteren 6
Stunden Flug landeten wir am Morgen des 01. Augusts um ca. 07:00
Ortszeit in Barnaul. Der Flug war angenehm, jedoch konnte ich vor
Aufregung nicht schlafen. Der Blick zum Fenster hinaus gab den
Wetterprognosen recht, Bewölkt mit Aufhellungen. Was kann man
machen, man muss es nehmen wie es kommt.
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So fuhren wir
ziemlich müde zu unserem ersten Kunden. Nach einigen Stunden
Geschäftlichem bereiteten wir uns auf das grosse Ereignis des Tages
vor. Die Bewölkung am Himmel hat sich aufgelockert und ein idealer
Standort war nun gefragt. Da sich in Barnaul scheinbar keine Gruppe
von Sonnenfinsternisjägern eingefunden hat suchten wir uns selbst
einen geeigneten Standort. Unser schöner Ort am Fluss Ob schien
jedoch nicht ideal bezüglich der Bewölkung weshalb wir kurz vor der
Finsternis unseren Standort auf die andere Stadthälfte nahe dem
Flugplatz verlegten. Dort am Stadtrand in den weiten von Kornfeldern
stellte ich meine mitgebrachten Instrumente auf. Ein Vixen Spektiv
zur reinen Beobachtung plus meine Canon 350D SLR Kamera an einem 500
mm Teleobjektiv plus einem Fischaugen Objektiv.
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An unsere
Geschäftskunden verteilte ich noch einige Sonnenfinsternisbrillen so
dass sie das Spektakel ohne Augenschaden beobachten konnten.
Überrascht war ich das die Leute nicht besser informiert waren. Auch
in den Russischen Zeitungen wurde dem Ereignis nicht viel
Aufmerksamkeit geschenkt.
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Übermüdet wartete ich nun auf das Ereignis. Hoffentlich zeigt sich
der Himmel gnädig und hält für uns die entsprechenden Wolkenlücken
offen. Die Augen geschützt starrten wir gebannt zur Sonne am Himmel
und ich begann zu fotografieren.
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Dabei bemerkte ich eine weitere Herausforderung, den Wind. Da meine
im Handgepäck mitgebrachte Ausrüstung sehr leicht war musst ich nun
sehen das ich die windfreien Momente erwischen konnte.
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Langsam aber sicher schob sich der Mond vor die Sonne und um
ca.17:48 Uhr Lokal Zeit war die Bedeckung vollkommen. Wie schon in
der Türkei waren die 2 Minuten und 17 Sekunden im nu vorbei und
nicht alle vorgenommenen Projekte konnten realisiert werden.
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Dazu kam noch erschwerend das just in diesem Augenblick sich eine
Wolke zwischen uns und der verdunkelten Sonne schob. Trotz der
Anspannung des kurzen Augenblicks war für mich ein Moment
unbeschreiblich schön. Als ich nämlich durch den Winkelsucher der
Kamera schaute konnte ich die letzten Sekunden vor und während der
totalen Sonnenfinsternis beobachten. Dies war zuerst wie wenn jemand
ein Licht auslöschen würde, Mond schiebt sich total vor die Sonne
und anschliessend eine Strahlende Laterne am Himmelszelt entzünden
würde, leuchtende Sonnenkorona. Dies ist mein unvergessliches
Erlebnis dieser Sonnenfinsternis.
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Mein
Arbeitskollege und unsrer lokalen Kunden erfreuten sich derweil auf
ihre Art an der Sonnenfinsternis, vornehmlich durch Persönliche
Erinnerungsbilder.
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Leider war nach der totalen Phase für einige Minuten die Sonne von
Wolken bedeckt.
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Auch hatten unsere Kunden sowie meine Geschäftskollege das Gefühl
das es das ja nun war und so wir uns auf die Rückfahrt nach Barnaul
begaben. Ich denke dass ich trotz der paar Wolken ein grosses Glück
hatte diese Finsternis sehen zu können. In den nächsten Tagen waren
die Wetterverhältnisse alles andere als gut. Nach weiteren
Aufenthalten in Novosibirsk, Irkutsk und am Baikalsee flog ich dann
am 06. August wieder zurück in die Schweiz.
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Autor: AGL Mitglied Joerg Lang
Datum:
10.08.2008 |