Beobachtungsbericht  Barnaul Novosibirsk
 

Sonnenfinsternis vom 01. August 2008 in Barnaul Russland

Mit etwas Glück konnte ich die diesjährige Sonnenfinsternis mit Geschäftlichen Kundenbesuchen in Sibirien verbinden. So flog ich am 31. Juli am Mittag mit Swiss nach Moskau. Nach gut 3 Stunden erreichte ich am Abend dass kalte regnerischen Moskau.

Von dort flog ich dann um Mitternacht zusammen mit meinem russischen Geschäftskollegen mit der Russischen Fluggesellschaft S7 weiter nach Barnaul. Die Stadt Barnaul, ca 700`000 Einwohner, liegt ca. 200 Km südlich von Novosibirsk in Sibirien und ist der Hauptort der Bergregion Altai.

 

Nach weiteren 6 Stunden Flug landeten wir am Morgen des 01. Augusts um ca. 07:00 Ortszeit in Barnaul. Der Flug war angenehm, jedoch konnte ich vor Aufregung nicht schlafen. Der Blick zum Fenster hinaus gab den Wetterprognosen recht, Bewölkt mit Aufhellungen. Was kann man machen, man muss es nehmen wie es kommt.

 


 

 

So fuhren wir ziemlich müde zu unserem ersten Kunden. Nach einigen Stunden Geschäftlichem bereiteten wir uns auf das grosse Ereignis des Tages vor. Die Bewölkung am Himmel hat sich aufgelockert und ein idealer Standort war nun gefragt. Da sich in Barnaul scheinbar keine Gruppe von Sonnenfinsternisjägern eingefunden hat suchten wir uns selbst einen geeigneten Standort. Unser schöner Ort am Fluss Ob schien jedoch nicht ideal bezüglich der Bewölkung weshalb wir kurz vor der Finsternis unseren Standort auf die andere Stadthälfte nahe dem Flugplatz verlegten. Dort am Stadtrand in den weiten von Kornfeldern stellte ich meine mitgebrachten Instrumente auf. Ein Vixen Spektiv zur reinen Beobachtung plus meine Canon 350D SLR Kamera an einem 500 mm Teleobjektiv plus einem Fischaugen Objektiv. 
 

An unsere Geschäftskunden verteilte ich noch einige Sonnenfinsternisbrillen so dass sie das Spektakel ohne Augenschaden beobachten konnten. Überrascht war ich das die Leute nicht besser informiert waren. Auch in den Russischen Zeitungen wurde dem Ereignis nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.
 


 

Übermüdet wartete ich nun auf das Ereignis. Hoffentlich zeigt sich der Himmel gnädig und hält für uns die entsprechenden Wolkenlücken offen. Die Augen geschützt starrten wir gebannt zur Sonne am Himmel und ich begann zu fotografieren.
 


 

 

 

Dabei bemerkte ich eine weitere Herausforderung, den Wind. Da meine im Handgepäck mitgebrachte Ausrüstung sehr leicht war musst ich nun sehen das ich die windfreien Momente erwischen konnte.
 


 

 

 

 

 

 

 

Langsam aber sicher schob sich der Mond vor die Sonne und um ca.17:48 Uhr Lokal Zeit war die Bedeckung vollkommen. Wie schon in der Türkei waren die 2 Minuten und 17 Sekunden im nu vorbei und nicht alle vorgenommenen Projekte konnten realisiert werden.
 


 

 

Dazu kam noch erschwerend das just in diesem Augenblick sich eine Wolke zwischen uns und der verdunkelten Sonne schob. Trotz der Anspannung des kurzen Augenblicks war für mich ein Moment unbeschreiblich schön. Als ich nämlich durch den Winkelsucher der Kamera schaute konnte ich die letzten Sekunden vor und während der totalen Sonnenfinsternis beobachten. Dies war zuerst wie wenn jemand ein Licht auslöschen würde, Mond schiebt sich total vor die Sonne und anschliessend eine Strahlende Laterne am Himmelszelt entzünden würde, leuchtende Sonnenkorona. Dies ist mein unvergessliches Erlebnis dieser Sonnenfinsternis.
 


 

 

 

Mein Arbeitskollege und unsrer lokalen Kunden erfreuten sich derweil auf ihre Art an der Sonnenfinsternis, vornehmlich durch Persönliche Erinnerungsbilder.
 


 

Leider war nach der totalen Phase für einige Minuten die Sonne von Wolken bedeckt.
 

 

 

 

 

 

Auch hatten unsere Kunden sowie meine Geschäftskollege das Gefühl das es das ja nun war und so wir uns auf die Rückfahrt nach Barnaul begaben. Ich denke dass ich trotz der paar Wolken ein grosses Glück hatte diese Finsternis sehen zu können. In den  nächsten Tagen waren die Wetterverhältnisse alles andere als gut. Nach weiteren Aufenthalten in Novosibirsk, Irkutsk und am Baikalsee flog ich dann am 06. August wieder zurück in die Schweiz.
 


 

 

Autor:             AGL Mitglied Joerg Lang

Datum:           10.08.2008


Copyright AGL 2008, Luzern, 11. August 2008