| Beobachtungsbericht Venustransit:
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Nachdem ich in den 2 Wochen davor schon jeweils nervös die
Wetterkarten aus dem WZ-Topkartenarchiv angeschaut hatte und die Karten
eigentlich auch immer gutes Wetter voraussagten, war ich 1 Tag vor dem
Transit trotzdem noch sehr nervös.
Wir hatten uns schon lange vorher überlegt, wo wir das einmalige Schauspiel beobachten könnten, wenn es bei uns dicht wäre. Ich habe mich da um mögliche Orte im Umkreis von 1000 Kilometern umgeschaut. Doch bereits am Wochenende war klar, dass der Transit normal bei uns beobachtet werden könnte. Die Karten wurden immer besser und wir (Marc Eichenberger, Werner Dönni und ich) beschlossen, bei mir im Garten die Beobachtungen durchzuführen. So konnten wir dann nach dem Transit auch das Nützliche mit dem Schönen verbinden und den anstrengenden Morgen mit einem Grillmahl abschliessen. Marc kam bereits am Montag Abend vorbei um sein Teleskop aufzubauen und alles vorzubereiten. Das Einnorden brauchte seine Zeit und da es erst sehr spät dunkel wird, wurde es halt schon nach Mitternacht, bis wir ins Bett kamen. Um kurz vor 0600 Uhr sollte es dann schon wieder los gehen. Die Karten zeigten auch keine Veränderung mehr beim Wetter. (Dank hier an Giovanni für die Prognosen in der Region Luzern) Um 0600 Uhr tauchte Marc bereits wieder auf und wir begannen mit den Vorbereitungen für den Transit. Das Wetter war absolut klar und auch die Sonne stieg bereits schon um 0545 Uhr über den Horizont. Wir bauten die Teleskope nach klaren Nacht wieder auf. Es war am Morgen noch sehr feucht und alles war nass. Um ca. 0630 Uhr tauchte auch Werner Dönni auf. Werni und ich wollten die Zeiten so genau wie möglich messen um ein bisschen des Feelings der alten Astronomen der letzten Jahrhunderte zu haben. Die Sonnenfilter wurden überall aufgebaut und Werni baute auch sein Solarscope auf. Marc bastelte noch an einem Filter für den Feldstecher. So gegen 0700 Uhr tauchte dann auch Bärti Hasler auf. Er hat sich bei uns noch angemeldet um auch mit uns zu beobachten. Ich machte noch kurz ein paar Testfotos um die Belichtungszeiten auf dem Chip anzuschauen. Diese dann im PC kurz eingelesen und angeschaut. Die Nervosität stieg. 2 Funkuhren, Protokolle und weitere Utensilien standen auf dem Tisch und warteten auf ihren Einsatz. Werni hatte das Beobachtungsprotokoll bereits vorausgefüllt anhand der Daten vom Merkurtransit vom letzten Jahr. Um 0715 Uhr hat Marc seine erste Foto gemacht. Danach folgten exakt alle 5 Minuten 1 Bild bis um 1325 Uhr. Die Filme waren zuvor noch im Kühlschrank gewesen um sie noch ein bisschen sensibler zu machen. Die Zeit des ersten Kontaktes naht. Ich stehe am 500 mm Teleobjektiv und mache Fotos. Marc an seinem Gerät, Werni schaut in mein C8 und Bärti notiert die Informationen. um 0720 Uhr begann sich dann die Venus vor die Sonne zu schieben. Die Wertungen mit könnte jetzt sein, vermutlich gerade jetzt und vermutlich erfolgt, wie auch sicher erfolgt waren nicht ganz klar zu sehen, da wir eigentlich auf ca. 3-4 Uhr die Venus erwarteten, sie aber dann fast gegen 01 Uhr eintrat. Die Sicher erfolgt Meldung kam dann um 0721 Uhr und 12 Sekunden. In dieser Zeit machte ich auch schon einige Aufnahmen. Mit dem Solarscope war schon kurz danach auch das Eintreten wunderbar zu sehen. Ebenso war schon eine schöne grosse schwarze Kugel auf dem Bild des C8 zu sehen. Einige Minuten später konnte dann auch mit der Finsternisbrille schon die kleine Venus auf der grossen Sonne beobachtet werden. Ueberrascht war ich von der Grösse der Venus vor der Sonne. Sie war grösser, als ich Sie erwartete hatte.
In den nächsten Minuten beobachteten wir mit allen Instrumenten den Verlauf der Venus über die Sonne. Der 2. Kontakt nahte. Er sollte bei uns um 0739 Uhr erfolgen. Wir verfolgten wieder am Teleskop um die Zeiten zu messen. Wir hatten eine Zeit von 0739 Uhr und 40 Sekunden bei denen wir "könnte jetzt sein" massen. Sicher erfolgt war der Transit um 0740 Uhr und 04 Sekunden. Genau zu dieser Zeitpunkt konnte ich auch mit dem Teleobjektiv folgendes Foto machen:
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| Danach kehrte ein bisschen Ruhe ein. Bärti und Werni diskutierten über die genauen Zeiten des 2. Kontaktes. Anschliessend konnte auch ein Blick in die Lokalpresse geworfen werden um zu schauen, was dort über den Venustransit geschrieben wird. Marc machte weiterhin Aufnahmen im Abstand von 5 Minuten. Ich begab mich zum PC um bereits die ersten Bilder hochzuladen. Dort war aber klar, dass einige Server wohl am Anschlag waren. Die Liveübertragungen waren deutlich überlastet. Die Bilder sahen bei mir ziemlich gut aus. Anschliessend machte auch ich meine Fotos, die jeweils alle ca. 20 Minuten den Weg der Venus dokumentieren sollten. Auch konnten wir endlich einen Café geniessen. Hier noch einige Bilder kurz nach dem 2. Kontakt:
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| So gegen 0800 Uhr kam auch noch Barbara Hedinger um mit uns zu beobachten. Der Transit nahm seinen Lauf. Die Temperatur stieg auch ständig an, dafür nahm aber die Luftfeuchtigkeit ab. Die Sonne drückte so richtig. Wir stellten an den von den Teleskopen nicht besetzten Plätzen Sonnenschirme auf um ein bisschen Schatten zu erhaschen.
In regelmässigen Abständen nehmen wir immer wieder Fotos auf vom Transit.
Die Zeit vergeht, wenn auch nur langsam und wir machen uns langsam bereit um den 3. Kontakt zu beobachten. In der Zwischenzeit wird in der Küche noch ein Kartoffelsalat gemacht. Ebenso auch ein Tomaten/Mozzarellasalat.
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| Die Venus nähert sich immer mehr dem rechten Rand der Sonne an. Es ist schon bald 1300 Uhr. Ich mache noch ein paar Aufnahmen durch das C8. Danach muss ich ja bereits wieder Platz machen, damit Werni den 3. Kontakt genau bestimmen kann. Ich montiere Ihm das 15 mm LV-Okular (Gut 130-fache Vergrösserung) Dann kam wieder unsere grosse Beobachtungsphase. Dieses Mal beobachteten die beiden Beobachter ein Tropfenphänom um 1304 Uhr und 13 Sekunden. Als Vergleich dazu eine Foto:
Nach den Zeitnahmen von Werni und Bärti könnte der dritte Kontakt jetzt sein um 1304 Uhr und 7 Sekunden, Vermutlich gerade jetzt um 1304 Uhr und 13 Sekunden, vermutlich erfolgt um 1304 Uhr und 23 Sekunden, sowie sicher erfolgt um 1304 Uhr und 40 Sekunden.
Ich machte in dieser Zeit rund 40 Fotos. Alle 1-2 Sekunden habe ich eine Foto aufgenommen. Für Auswertungen können die Bilder bei mir angefordert werden. Danach konnte ich wieder ans Teleskop und zuschauen, wie der kleine schwarze Punkt immer mehr verschwand, bis dann der 4. Kontakt sich näherte.
Danach hiess es nochmals für alle in die Startlöcher für den 4. Kontakt. Unterdessen war Barbara wieder retour und hatte auch Ihre Mutter mitgebracht. Der Vierte Kontakt könnte jetzt sein: 1322 Uhr und 57 Sekunden Vermutlich gerade jetzt: 1323 Uhr und 5 Sekunden Vermutlich erfolgt: 1323 Uhr und 9 Sekunden Sicher erfolgt: 1323 Uhr und 14 Sekunden Wir hatten also das Glück, den vollen Venustransit hier bei uns bei bester Witterung zu verfolgen. Zur Feier des Tages hatte Bärti einen Champagner kaltgestellt, der jetzt dran glauben musste.
Anschliessend gab es fast traditionell nach dem Abräumen der Geräte die Möglichkeit, bei mir zu grillieren und gemeinsam über das Erlebte zu diskutieren. Gegen Abend zogen dann hohe Wolken auf, die von einer grossen Gewitterzelle waren. Wäre der Transit ein paar Stunden später gewesen, hätten wir doch noch Wetterpech gehabt. Ich hoffe, dass in 8 Jahren auch die Möglichkeit besteht, von irgendeinem Ort aus dies auch zu verfolgen. (Norden lässt grüssen mit Mitternachtssonne und Venustransit) Für die Beobachter: Markus Burch |
Copyright AGL, Luzern, 13. Juni 2004