Merkurtransit vom Montag, 11. November 2019

  
 Am Montag 11. November 2019 fand nach ein paar Jahren Unterbruch wieder ein Merkurtransit statt. Allerdings war in Europa nur die Zeit von 13.35 Uhr MEZ bis zum Sonnenuntergang zu beobachten.

Bei uns war schon ein paar Tage vor dem Anlass klar, dass wir sehr wechselhaftes Wetter erwarten durften. Also ging es wieder zu einer Wolkenlückenjagd. Die Vorhersagen zeigten, dass am Montag mit einer Front aus Westen zu rechnen ist. Gleichzeit kam aus Süden und Südosten von einem anderen Tief Wolken mit dem Föhn. So war nur ein kleines Fenster von Südwesten nach Nordosten, dass beim ersten Kontakt um 13.35 Uhr überhaupt noch einen Blick auf die Sonne ermöglichte.

Das Satellitenbild vom 1300 Uhr zeigte ein knapp offenes Mittelland nach Nordosten. Allerdings schloss sich dieses Fenster sehr schnell.

 

Andreas und ich hatten schon am Sonntag abends miteinander diskutiert, was wir am Besten machen. Wir wussten, dass das Tessin und die Westschweiz keine Beobachtungsmöglichkeiten ergaben. So trafen wir uns gegen halb zwölf Uhr mittags beim Bahnhof Luzern und entschlossen und nach Nordosten zu fahren. In Horw hatte es zu diesem Zeitpunkt Sonnenschein, aber immer wieder auch Hochnebelfetzen. So fuhren wir zuerst nach Rotkreuz um dann Richtung Schwyz abzubiegen. Im Talkessel von Schwyz hing auch immer noch der Hochnebel rum. Also rauf in die Höhe. Wir fuhren dann auf die Ibergeregg. Kurz vor der Passhöhe kam die Sonne durch und ab ca. 1200 Metern über Meer war dann auch der Nebel kein Thema. Im Süden gab es Lenticularis Wolken. Diese kamen vom stürmischen Föhn. Der Föhn war auch auf der Passhöhe zu fühlen.

Der Nebel kam bis gegen die Ibergeregg hoch. Einige blaue Lücken. Bild von Andreas Walker.

 

Blick vom Parkplatz aus. Die Sonne leuchtet durch die Cirren. Aufnahme von Andreas Walker

Wir stellten unser Equipment auf dem Parkplatz auf. In der Höhe war ein Cirrenband, dass die Sicht einschränkte, doch wir waren für den ersten Kontakt bereit. Das Seeing war nicht sehr gut. Die Sonne sprang sehr stark hin und her, was auch das Scharfstellen des Teleskops schwierig machte.

 

Aufnahme von Andreas Walker.

Und Andreas Walker in Action.

 

Neben uns kam auch noch ein Hobbyastronomie aus dem Kanton Schwyz hoch auf die Ibergeregg. Wir beobachteten so mit wechselnden Bedingungen. (Cirrenbänder, dann mal wieder eine mittlere Wolke)

 

Der Merkur ist nur ganz klein ganz nahe am Rand in Richtung 9 Uhr auf der Sonne zu finden.

Aufnahme mit Nikon D-500 am Vixen ED-103, Baader Solarfolie, 1/320 Sekunde mit ISO 100 belichtet.

Aufnahmeort: Ibergeregg, Passhöhe

Aufnahmezeit: 13.44 Uhr MEZ.

 

Ein weiteres Bild konnten wir gut 10 Minuten später noch aufnehmen.

 

 

Aufnahme mit Nikon D-500 am Vixen ED-103, Baader Solarfolie, 1/250 Sekunde mit ISO 100 belichtet.

Aufnahmeort: Ibergeregg, Passhöhe

Aufnahmezeit: 13.54 Uhr MEZ.

 

Aufnahme von Andreas Walker, Ibergeregg, 14.14 Uhr MEZ.
1/1250 Sekunde, 200 ISO, das Tele hat 600 mm Brennweite, Blende 5,6 - ergibt mit dem Dreifachkonverter –  1800 mm Brennweite, Blende 16

Nikon D 7200 mit Sigma Tele

 

Die Luftunruhe war teilweise sehr hoch. (Siehe Rand der Sonne). In der Mitte der kleine Planet Merkur. Bild von Andreas Walker.

1/1250 Sekunde, 200 ISO, das Tele hat 600 mm Brennweite, Blende 5,6 - ergibt mit dem Dreifachkonverter –  1800 mm Brennweite, Blende 16

Nikon D 7200 mit Sigma Tele

 

 

 

Dann kamen mehr Wolken auf und wir haben uns mit Suppe und Sandwich verpflegt. Wie nun weiter. Wir beschlossen da vom Südwesten her es immer mehr zumachte dann weiter Richtung Einsiedeln zu fahren. Also Abbau auf dem Platz und alles ins Auto rein. Als die Sonne weg war, wurde es auch deutlich kühler. In der Zeit, als wir oben waren konnten wir auch noch 8 weiteren Personen den Merkur durch das Teleskop zeigen.

Im Osten gab es noch einige kleine Lücken. So wollten wir noch versuchen einen Untergang weiter östlich zu erwischen.

Blick Richtung Osten.

In Oberiberg gab es noch einen kurzen Blick auf die Sonne. Ebenso in der Nähe von Biberbrugg. Dann schloss sich der Himmel endgültig. Unterdessen war auch der Westwind hier dominierend. So haben wir uns dann über den Ratenpass zurück Richtung Luzern begeben und ein paar weitere Beobachtungspunkte gefunden, die man dann wieder in Zukunft brauchen kann wenn wir einen tiefen Westhorizont brauchen.

Andreas habe ich auf dem Bahnhof Rotkreuz ausgeladen und dann ging's heim. Genau als Andreas in Hallwil und ich in Horw ankamen begann es zu regnen.

 

Es war wieder eine interessante Fahrt durch Gebiete, die ich bis jetzt noch nicht von der Schweiz gekannt hatte. Wir haben ein paar Bilder schiessen können und wir warten sehnsüchtig auf den nächsten Transit im Jahr 2032.

 

Andreas Walker und Markus Burch

 

 

     Copyright AGL 2019, Luzern, 16. November 2019